Die KfW Bankengruppe, die Förderbank des Bundes, hat ihre Förderung für Gründungen und mittelständische Unternehmen neu geregelt. Anstelle des bisherigen Förderangebotes wird es ab dem 1. April 2011 den KfW-Gründerkredit für Gründerinnen und Gründer sowie den KfW-Unternehmerkredit für etablierte Unternehmen geben.

KfW-Gründerkredit
Der KfW-Gründerkredit ist für Personen und Unternehmen, die sich selbständig machen wollen oder höchstens drei Jahre selbständig sind. Er besteht aus zwei Teilen: dem KfW-Gründerkredit – StartGeld und dem KfW-Gründerkredit – Universell. KfW-Gründerkredit – StartGeld (bis 100.000 Euro)

Der KfW-Gründerkredit – StartGeld ist das Nachfolgeprogramm des Förderprogramms KfW-StartGeld, das zum 31.3.2011 eingestellt wird. Wie das „alte“ KfW-StartGeld richtet sich der neue KfW-Gründerkredit – StartGeld an Gründerinnen und Gründer im Bereich der gewerblichen Wirtschaft und an Freiberufler (auch Heilberufe). Auch Unternehmensnachfolger können das Darlehen nutzen.

Gefördert werden beispielsweise Investitionen oder Betriebsmittel für Neugründungen oder Betriebsübernahmen. Darüber hinaus können der Kaufpreis für ein Unternehmen, der Erwerb einer tätigen Beteiligung sowie Festigungsmaßnahmen innerhalb von drei Jahren nach Aufnahme der Geschäftstätigkeit finanziert werden. Der KfW-Gründerkredit – StartGeld kann auch dann in Anspruch genommen werden, wenn ein Unternehmen nur im Nebenerwerb geführt wird. Voraussetzung ist allerdings, dass dieser Nebenerwerb mittelfristig (ca. drei Jahre) zu einem Vollerwerb wird.

Neu ist: Der Finanzierungshöchstbetrag wird von 50.000 Euro auf 100.000 Euro angehoben. Außerdem können neuerdings 30.000 Euro statt nur 20.000 Euro für Betriebsmittel (z.B. Auffüllen des Warenlagers) gewährt werden. Dazu kommt, dass die Beantragung des KfW-Gründerkredits – StartGeld einfacher ist als beim KfW-StartGeld: Die KfW verlangt für Vorhaben mit einem Kreditbetrag bis zu 25.000 Euro keinen Liquiditätsplan. Ein solcher Liquiditätsplan zeigt uns u.a., dass und wie der Kreditnehmer die Kreditrückzahlung eingeplant hat. Wir verzichten bei den geringeren Kreditsummen auf einen solchen Liquiditätsplan, auch deswegen, weil er gerade bei Kleingründungen schwer zu erstellen ist. Sinnvoll ist er trotzdem. Der neue KfW-Gründerkredit – StartGeld kann auch für eine erneute Existenzgründung nach einem unternehmerischen Scheitern genutzt werden. Das war beim alten StartGeld zwar auch schon so. Aber jetzt fördert die KfW die berühmte zweite Chance auch dann, wenn der Kreditnehmer seinen vorherigen Kredit nicht zurückzahlen konnte und ein finanzieller Schaden für die KfW entstanden war.“

Antragsteller müssen beim KfW-Gründerkredit – StartGeld bankübliche Sicherheiten mitbringen. Allerdings ist das Förderdarlehen standardmäßig mit einer 80-prozentigen Haftungsfreistellung für die Hausbank (Bank oder Sparkasse) ausgestattet.

KfW-Gründerkredit – Universell (bis 10. Mio. Euro)
Der KfW-Gründerkredit – Universell entspricht in weiten Teilen dem bisherigen KfW-Unternehmerkredit. Er gilt für die gleichen Förderzwecke wie der KfW-Gründerkredit – Start-Geld, allerdings liegt sein Kredithöchstbetrag um ein Vielfaches höher: bei immerhin 10 Mio. Euro. Im Gegensatz zu den festen Zinsen des KfW-Gründerkredits – StartGeld sind hier die Zinsen, die eine Kreditnehmerin oder ein Kreditnehmer bezahlen muss, risikoabhängig: Wird das Vorhaben, das mit diesem Kredit finanziert werden soll, erfolgreich sein? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass es scheitert?

Die Möglichkeit, dass die KfW Bankengruppe das Risiko teilweise per Haftungsfreistellung übernimmt, gibt es beim KfW-Gründerkredit – Universell nicht. Das Risiko eines Kreditausfalls trägt allein die Hausbank. Sie ermittelt daher die Höhe des Risikos und legt dann die Höhe der Zinsen fest. Beim Rating berücksichtigt sie die wirtschaftlichen Verhältnisse, die Bonität des Gründers oder Unternehmers sowie den Wert der verfügbaren Sicherheiten. Dabei gilt: Je besser die Bonität und je werthaltiger die gestellten Sicherheiten sind, desto niedriger fällt der Zinssatz aus.

Der KfW-Unternehmerkredit
Der KfW-Unternehmerkredit wird ab dem 1. April 2011 in neuer Form fortgesetzt. In ihm werden das Programm „Kapital für Arbeit und Investitionen“, das am 31. März 2011 eingestellt wird, und der bisherige Unternehmerkredit zusammengeführt.

Der neue KfW-Unternehmerkredit bietet einen Programmteil A für Fremdkapitalfinanzierungen und einen Programmteil B für Nachrangkapital an. Er richtet sich zukünftig an mittelständische Unternehmen sowie freiberuflich Tätige, die die seit mindestens drei Jahren am Markt sind. In Ausnahmenfällen kann dies auch schon früher geschehen.

Der KfW-Unternehmerkredit finanziert Investitionen, z.B. für Grundstücke und Gebäude, Baumaßnahmen, den Kauf von Maschinen, für Anlagen und Einrichtungsgegenstände, die Kosten für die Übernahme eines bestehenden Unternehmens oder auch den Erwerb einer tätigen Beteiligung. Gefördert werden dabei langfristige Investitionen, die einen nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg erwarten lassen und mit denen Arbeitsplätze geschaffen oder gesichert werden.